Ein Heilklima gegen Schmerzen und Versteifung, der Gasteiner Heilstollen

 

Im Gasteiner  Heilstollen wird durch die Radonwärmetherapie eine natürliche Schmerzlinderung von rheumatischen Krankheiten erreicht. Bei rheumatoider Arthritis, Morbus Bechterew sowie Arthrosen kann durch die Radontherapie ein schmerzfreier Zustand, ohne Medikamente über mehrere Monate hinweg erreicht werden.

Radon ist ein natürliches Erdgas, das in gewissen Gebieten, in Bergregionen vorhanden ist. Interessanterweise legen die Gesundheitsbehörden in Wohngebieten die Grenzwerte für Radon fest, und stuft Radon als gesundheitsschädlich ein. Neuerdings gilt eine Strahlenbelastung von über 300 Bq/m3 für Räume, als gesundheitsgefährdend. Aber Radon ist auch heilend! In niedriger Strahlung wirkt er entzündungshemmend.

 

Bergwerkarbeiter gesund?

Vor über 100 Jahren, wurde in Gastein Eisenerz abgebaut. Normalerweise hatten die Menschen die diese harte Arbeit ausführten, schon nach wenigen Jahren, schwere körperliche Leiden. Nicht so im Gasteiner Heilstollen. Es fiel auf, dass die Arbeiter stets gesund waren und keine Beschwerden aufzeigten. Nach Erforschung dessen, fand man heraus, dass der Stollen eine natürliche Radonstrahlung von 44Bq/m3 hatte. Und diese Strahlung gesundheitsfördernd wirkte.

Dazu kommt die Wärme und sehr hohe Luftfeuchtigkeit, die die Wirkung des Radons verstärken. Der Stollen hat eine 70 – 100%  Luftfeuchtigkeit und eine Temperatur zwischen 37 bis 41,5 Grad Celsius. Die alpine Höhenlage von über 1200m in Böckstein, gibt Kurenden noch eine zusätzliche gute Höhenluft zum breiten Angebot.

 

Radonwärmetherapie mit 3 Wirkfaktoren im Gasteiner Heilstollen

Wissenschaftliche Studien bestätigen, dass mit der Behandlungsmethode der Radonwärmetherapie, Erfolgsquoten zwischen 80 und 90 % erreicht werden. Sie reduziert den Medikamentenverbrauch, eine signifikante Reduktion der Schmerzintensität und funktionellen Einschränkungen. Zudem fördert die Radonwärme nachweislich knochenaufbauende Prozesse. Dies erfolgt über folgende Faktoren:

Durch die leichte Überwärmung, hohe Luftfeuchtigkeit und die Aufnahme des Radons über die Haut und Lunge, kommt es zu einem Anstieg der Kernkörpertemperatur. Dies führt zu einer Entspannung der Muskeln und stärkt das Immunsystem. Im leicht überwärmten Zustand, erhöht sich die Aufnahmefähigkeit des Körpers für das Naturheilmittel Radon. Radon setzt milde Alphastrahlen frei, die körpereigene Zellreparaturmechanismen anregen, die die Aktivitäten von Entzündungen und Schmerzboten verringern. Dadurch kann auf Schmerzmittel wie die NSRA verzichtet werden.

 

Mein Erlebnis

Natürlich bin ich auch selbst nach Bad Gastein gefahren und habe den Gasteiner Heilstollen und die Angebote ausprobiert. Zuerst nahm ich ein Radondampfbad, das ist die mildere Variante. Man setzt sich auf so einen Art Stuhl und darüber werden Schutzklappen um einen gelegt, es fühlt sich an wie in einer Raumfahrtkapsel, so dass nur noch der Kopf herausschaut. Von unten wird dann über den Dampf das Radon eingeströmt. Es dauert nur eine kurze Zeit und schon ist es beendet. In dieser Anwendung wird das Radon nur über die Haut aufgenommen.  Die anschliessende Massage, brachte mir dann die Erholung.

Für den Stollenbesuch, musst du dich erst anmelden, eine Zeit festlegen. Alles wird nach Plan festgelegt. Zuerst muss man vor Ort zum Arzt, einen Gesundheitscheck durchführen, ob man dazu auch fähig ist. Er entscheidet auch, in welche «Höhle» man eingeteilt wird. Es gibt in den Liegegrotten verschiede Temperaturen. Je weiter im Berg, desto wärmer sind die Temperaturen. Beim ersten Mal, wirst immer in einen 37 Grad Raum verwiesen. Wenn du es aushältst, und eine starke Krankheit hast, kannst du den Wunsch äussern, in wärmere Abteile zu gehen.

Danach ziehst du die Badekleider an und legst den Bademantel um. Du wirst in einen Aufenthaltsraum geführt zum Warten, bis deinen Namen aufgerufen wird. Dies ist ein etwas langweiliges Prozedere, es kann bis zu einer Stunde dauern, bis du drankommst. Die Stollenbahn fährt vor. Zuerst steigen die Patienten ein, die in die wärmeren “Höhlen” gehen, dann abgestuft in die weniger warmen. Männer und Frauen sind getrennt in einem Raum.

Es geht los!

Dann fährt die Bahn ab. Nach 10 Min. Fahrt, es wird wärmer und wärmer, heisst es aussteigen. Du wirst in die «Höhle» geleitet, es finden sich Holzliegen vor. Der Bademantel und die Schuhe sind vor dem Eingang auszuziehen. Die Menschen verteilen sich auf die Liegen. Gesprochen werden darf nicht! Ein Abort befindet sich vor dem Eingang. Ein Arzt ist stets in Bereitschaft, er weist die Leute an und ruft auch wieder zur Heimkehr.

Ich lege mich hin und lasse die Eindrücke auf mich wirken. Es ist angenehm warm, nicht heiss, auch keine stickige Luft. Obwohl es über 70% Luftfeuchtigkeit hat, fühlt es sich nicht an wie in einem türkischen Dampfbad. Leise läuft im Hintergrund Musik. Mit der Zeit komme ich leicht ins Schwitzen. Die Zeit rinnt wie im Flug, nach  20 Minuten wird schon wieder zur Rückkehr gerufen. Ich hätte es noch viel länger darin ausgehalten.

Nach der wiederum zehnminütigen Ausfahrt mit der Stollenbahn, ist eine individuelle Nachruhe angesagt. Im Gegensatz zum warmen Stollen, ist der Ruheraum gerade kalt.

Ein schönes Erlebnis geht zu ende. Für eine effektive Schmerzbehandlung sind mehrere Einfahrten nötig. Ich empfehle mindestens für 2 Wochen eine Kur zu machen, um ein Resultat zu bekommen.

Weitere Infos: www.gasteiner-heilstollen.com